Das „SCIVIA“ (Lat. Scivias – „Wisse die Wege“) besteht seit dem Wintersemester 2014/15. Das „NEUE SCIVIA“-Zentrum für Kommunikation, Hochschulpastoral und Seelsorge am Standort Campus Krems-Mitterau ist ein offenes Forum für Lehrende, Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Tagsüber bestehen dort viele Möglichkeiten für individuelle Treffen, Gespräche, Veranstaltungen oder auch für Muße, Ruhe und meditative Angebote.

   

   

DOWNLOAD Konzept Hochschulpastoral im SCIVIA

 

 LUTHER IM SCIVIA

Aus Anlass des Reformationsjubiläums 2017 findet eine Ausstellung von Bildern Martin Luthers und seiner Zeit im SCIVIA-Zentrum für Kommunikation, Hochschulpastoral und Seelsorge am Campus Krems-Mitterau statt. Die Ausstellungsstücke stammen aus der Lutherstadt Wittenberg und laden zum individuell persönlichen Nachdenken über die unglaublichen Veränderungen und ihre Wirkungen bis in unsere Zeit ein. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der KPH Wien/Krems am Campus Krems-Mitterau besucht werden.                           

Das Hochschulpastoralteam bietet Beratung und Begleitung bei persönlichen Anliegen, in Krisensituationen und Lebenszusammenhängen. Es gilt Freiräume zu schaffen, wo Angehörige der Hochschule ihre Fragen und Zweifel artikulieren können, bei gleichzeitiger Förderung von gegenseitiger, kritischer Wertschätzung von Lehre und religiöser Orientierung. Es gilt Menschen zu stärken, damit sie durch heilsame Unterbrechungen für Transzendenz und die Tiefendimensionen des Lebens sensibilisiert werden. Spirituelle und thematische Angebote sind die „Nacht der 1000 Lichter“, Meditationen in der Campuskapelle, Hochschulmessen, Ökumenische Gottesdienste, Ausstellungen, Raumästhetik, Feiern, Gespräche, Begleitangebote usw.

 
Hochschulpastoral als Haltung der Compassion („Mitleidenschaft“) 

Das „NEUE SCIVIA“ ist ein einzigartiger Ort der Kommunikation an einer akademischen Bildungsstätte in ihrer ganzen Breite. Kommunikative Hochschulpastoral kann dazu beitragen, Entscheidungsträger von morgen als Partnerinnen und Partner für eine Gesellschaft auf human-christlicher und interreligiöser Grundlage zu gewinnen. Compassion und Barmherzigkeit 

  • Mensch sein für andere 
  • Mit dem Herzen dabei – Barmherzigkeit schenken („cor dare“) 
  • Bei uns fällt keiner durchs Netz 
  • Mit uns steht niemand im Abseits 
  • Wir tragen zur Verlebendigung bei – Viriditas 

empfinden wir als Schlüsselwerte im Alltag an unserer Hochschule.

 

Not-wendende Barmherzigkeit heute 

Barmherzigkeit gilt als Grundtugend in den Religionen und wird meist als Güte, Mitgefühl, Nächstenliebe und Compassion bezeichnet. 

Als eine unserer wichtigsten Aufgaben sehen wir, Situationen und Problemfelder zu identifizieren und Handlungsmöglichkeiten in den Blick zu nehmen, wo heute Barmherzigkeit not-wendend realisiert werden muss: 

  • Jemanden zuhören 
  • Über jemanden gut reden 
  • Mit jemanden teilen 
  • Jemanden besuchen 
  • Mit jemanden ein Stück Weges gehen 
  • Jemanden integrieren 
  • Für jemanden beten 
  • Auf Facebook Partei ergreifen 
  • Für Gerechtigkeit eintreten 
  • Jemanden finanziell unterstützen 
  • Trösten und versöhnen 
  • Schuld eingestehen und Neuanfang ermöglichen 

 

Demzufolge ist Barmherzigkeit nicht eine abstrakte Idee, sondern eine konkrete Wirklichkeit, die sich in leidenschaftlicher Liebe offenbart. Sie kommt aus dem Innersten, ist tiefgehend, natürlich und bewegt von Zärtlichkeit, Mitgefühl, Nachsicht und Vergebung.

 

 

Viriditas, die grüne Lebenskraft: Signalfarbe der KPH Wien/Krems 

An der Glasfassade des SCIVIA ist mit Fantasie zu entdecken: „KOMM…unikat…i…o...ns…Zentrum…“, eindrucksvoll von Karin Gratiana Wurm (KPH Wien/Krems) gestaltet, wächst einem ein lebendiges, leuchtendes Grün im und durch das Glas entgegen. Dieses „Grün“ ist die symbolische Farbe für die Lebenskraft schlechthin, meint also nicht die äußerlich sichtbare Farbe, sondern ein Wesensmerkmal, den Habitus, die Wirkmächtigkeit. 

Nach der Theologie Hildegards (von Bingen, 1098-1179) ist Christus die grüne Lichtquelle und auch das Werk seines Wortes ist viriditas – die grüne Lebenskraft. Sie lässt diese grünende Weisheit Gottes sprechen: 

„Wenn die Sonne bei ihrem Aufgang sich machtvoll erhebt, um ihren Lauf anzutreten, steht das Grün in seiner größten Kraft, weil die Luft bis dahin noch feucht ist, die Sonne aber wärmt; dann trinken die Gräser dieses Grün so gierig in sich hinein, wie das Lamm seine Milch saugt; die Hitze des ganzen Tages wird kaum ausreichen, die Grünkraft dieses Tages durch zu kochen und fruchtbar zu machen“ (LDO). 

 

Diese Kraft kann auf den verschiedenen Ebenen des Lebens erfahren werden, wie Hildegard meint: 

  • Die Grünkraft ist in allem biologischen Leben - sichtbar im Blattgrün. 
  • Das Blut als Träger des Lebens ist grün. 
  • Die Seele ist die grünende Lebenskraft im Leib. 
  • Die männliche Zeugungskraft ist grün. 
  • Die Tugenden sind die Grünkraft in allen Handlungen. 
  • Die Reue ist die lebenserneuernde Heilkraft. 
  • Der Geist Gottes ist grün - als das Leben in allem Lebendigen. 
  • Die Ewigkeit als unendliches Leben ist grün. 

 
Von dieser Lebenskraft geht Heilung und ganzheitliche Gesundung aus. Ist das schon ein Hinweis auf den grünen „Finger Gottes“ – so wie in unserer Zeit der „grüne Christus“ des Marc Chagall? Durchgrünung von Kosmos und Mensch, welch erfrischender Gedanke: 

„O nobilissima viridatis, quae radicas in sole - O edelstes Grün, du wurzelst in der Sonne,… et quae in candida serenitate luces - du leuchtest in strahlender Helle“ (Responsorium „O nobilissima viriditas“, Hildegard von Bingen). 

Compassion, Barmherzigkeit und Viriditas als Fokus einer kommunikativen Hochschulpastoral und Seelsorge an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems am Campus Krems-Mitterau erfüllen uns, angesichts der beschleunigten Wahrnehmung alltäglicher Notwendigkeiten und empfundener Zwänge, mit dem bleibenden Auftrag und der unaufgebbaren Perspektive für ein lebendiges, authentisches und visionäres Miteinander.