KPH fordert Lehrer*innen-Schulungen für „Konzept Neue Autorität“

Weil Schule ein sicherer, angst- und gewaltfreier Raum sein muss!

„Wir arbeiten seit geraumer Zeit mit dem Konzept „Stärke durch Beziehung/Neue Autorität“ als zentralen gewaltpräventiven Schwerpunkt in unserem Fortbildungsprogramm“, erklärt Dipl.-Päd. Brigitte Gartner-Denk vom Institut Fortbildung der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems. „Mit diesem Konzept gelingt es, Schulen für alle zu sicheren, angst- und gewaltfreien Lebens- und Lernräumen zu machen“, sagt Gartner-Denk.

(Wien, am 5. Juni 2019) Die Diskussionen in den vergangenen Wochen und Monaten haben wieder gezeigt, dass die soziale Situation an vielen Schulen fordernder geworden ist. Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten sind keine Einzelfälle und sind nicht mehr nur an Pflichtschulen zu finden. Damit wird Unterrichten für alle Pädagog*innen schwieriger. Die Verantwortung für gewaltpräventive Haltung im Sinne konstruktiver Konfliktlösung wir größer. Der Anspruch an Lehrende, die sozialen Kompetenzen Ihrer Schüler*innen zu stärken und erziehend auf sie einzuwirken, steigt. Längst ist klar, dass Gewaltprävention in der Schule immer die gesamte Schulkultur betrifft. Alle im Haus müssen an einem Strang ziehen, auch die Erziehungsberechtigten sollten verstärkt in diesen Prozess einbezogen werden. 

Das Konzept Neue Autorität nach Haim Omer

Ein äußerst interessantes, theoretisch fundiertes und praktisch bereits in vielen Ländern erprobtes Konzept hat sich nun auch in Österreich als effektiv erwiesen: „Stärke durch Beziehung – das Konzept Neue Autorität“ nach Haim Omer. Basierend auf der Erkenntnis, dass gewaltpräventives Handeln auf verschiedenen Ebenen vor allem von den Erwachsenen eines Systems vorgelebt und eingefordert werden muss, beschreiben Omer und sein Team die Notwendigkeit, Autorität neu, zeitgemäß, wertschätzend und gewaltfrei zu definieren. Eine solche bedingungslos beziehungsorientierte Autorität ermöglicht es den erwachsenen Personen, Vorbild und Halt gebender Anker zu sein – besonders in stürmischen Zeiten. 

Schulungen erforderlich

Dieses Konzept erfordert allerdings, wie alle nachhaltigen pädagogischen Ansätze, intensive Schulung aller Lehrenden. Nur durch Reflexion der eigenen Haltung und durch regelmäßige Trainings (Kommunikation, Konflikt, …) kann es den erwachsenen Personen gelingen, auch in schwierigsten Situationen deeskalierend und wertschätzend zu agieren. Ansprechend verfasste und gut formulierte Broschüren können wohl ein kleiner theoretischer Beitrag zum Verständnis dieses hoch komplexen Themas sein. Der Transfer in den Alltag ist allerdings nur möglich, wenn Pädagog*innen in Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen mit qualifizierten Referent*innen und Trainer*innen an diesen Themen arbeiten können. 

Daher bietet die KPH Wien/Krems seit geraumer Zeit das Konzept „Stärke durch Beziehung/Neue Autorität“ als zentralen gewaltpräventiven Schwerpunkt in ihrem Fortbildungsprogramm. Ein ausgewähltes, qualifiziertes Trainer*innenteam arbeitet nachhaltig und effizient im Rahmen verschiedenster Fortbildungsformate daran, gemeinsam mit den Pädagog*innen Schulen für alle zu sicheren, angst- und gewaltfreien Lebens- und Lernräumen zu machen.

Dipl.-Päd. Brigitte Gartner-Denk

Team Kompass, Institut FB KPH Wien/Krems