Sexualität im Islam

Belma Muhic

Weshalb wird der Begriff Sexualität in manchen Teilen muslimischer Gemeinschaften tabuisiert?

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Sexualität im Islam und versucht, Mythen und Vorurteile von der gelebten Realität abzugrenzen. 

Der Stellenwert der Ehe wird in Judentum, Christentum und Islam annähernd gleich hoch dargestellt und als ein „Bund“ geachtet. Auch die Sexualität, die ausschließlich im Rahmen der ehelichen Beziehung gelebt werden darf, ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ehe. Doch weshalb wird der Begriff Sexualität in manchen Teilen muslimischer Gemeinschaften tabuisiert? 

Mangelnde oder gar keine Aufklärung führen dazu, dass Jugendliche später unvorbereitet in die Ehe gehen. Aufgrund kultureller Hintergründe (möglicherweise auch aus falsch verstandener Scham und Prüderie) lassen sich intrareligiöse Differenzen feststellen – denn nicht in jeder Community wird gleich mit diesem Thema umgegangen.

Es stellt sich die Frage, mit welchen Konzepten das Thema Sexualität in Teilen der islamischen Community enttabuisiert und ein angemessener Umgang erreicht werden kann. 

Um die interreligiöse Kompetenz hervorzuheben, werden Fragen für den weiteren Verlauf der Arbeit herangezogen, wie Christen und Christinnen sowie Juden und Jüdinnen mit Sexualität und Ehe umgehen und ob sie diesbezügliche Konzepte haben.  

Mittels Feldforschung wird der Frage nachgegangen, mit welchen Vorurteilen und Mythen das Thema Sexualität im Islam behaftet ist und wie Frauen im Judentum, Christentum und Islam mit dem Thema Sexualität und Ehe umgehen. 

Aus den Ergebnissen sowie den interreligiösen Schlussfolgerungen und Erkenntnissen resultieren Lösungsansätze für die Umsetzung möglicher Methoden und Konzepte in den sunnitischen Gemeinden. 

Wie aus den Ausführungen dieser Arbeit festgestellt werden kann, könnte eine eventuelle Tabuisierung der Sexualität eine Problematik und eine Herausforderung für eine erfüllte Ehe darstellen. Auch im Juden- und Christentum wird von manchen mit diesem Themenkomplex im familiären Bereich nicht sehr offen umgegangen, jedoch gibt es vor der Eheschließung Möglichkeiten, dieses Defizit durch präventive Konzepte auszugleichen.

Dieses Resultat verdeutlicht die Notwendigkeit einer intensiven (innermuslimischen) Auseinandersetzung zu der Thematik, um Wege und Möglichkeiten zu einer erfüllten Ehe zu finden. 

Lehrgangsinformationen:
Hochschullehrgang Interreligiöse Kompetenz und Mediation

15. März 2020

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