Elterngespräche kompetent führen

Sibylle Langer-Stachl

Erwerb verbesserter Kommunikationskompetenz durch die Transaktionsanalyse im Coaching für Lehrkräfte

Elterngespräche sind für viele Lehrkräfte zunehmend eine Herausforderung. Der Bedarf seitens der Eltern mit Lehrer*innen regelmäßige Beratungsgespräche zu führen, ist in den letzten Jahren auf Grund von gesellschaftlichen und bildungspolitischen Veränderungen vor allem im Pflichtschulbereich gestiegen. Dies verlagert die Gewichtung der Aufgaben: zusätzlich zur Wissensvermittlung und zu den fordernden erzieherischen Aufgaben kommt vermehrt und verstärkt Beratung für Kinder – und auch deren Eltern hinzu.

Die aktuelle Literatur sowie diverse Studien zeigen jedoch, dass sich Auszubildende und Lehrkräfte aktuell in ihrer Beratungskompetenz nicht oder nicht ausreichend vorbereitet fühlen.

Es gibt viele Beispiele aus dem schulischen Alltag, in welchen Kommunikation und Kooperation zwischen Elternhaus und Schule nicht ideal ablaufen. Aus diesem Grund wurde erhoben, in welcher Form die Instrumente der Transaktionsanalyse (TA) nach Eric Berne als Bestandteil im Coaching für Lehrkräfte eingesetzt werden können, um deren Beratungskompetenz zu fördern.

Um dem Forschungsanliegen nachzugehen, wurde das Beratungsformat „Coaching“ untersucht und es wurden seine Besonderheiten und Vorteile im Vergleich zu anderen Formaten abgewogen. Des Weiteren wurden die Modelle der TA, mit Schwerpunkt auf dem „Modell der Ich-Zustände“ eines Menschen (Kind-Ich, Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich) sowie dem „Kommunikationsmodell“ analysiert. Beide Modelle erklären menschliches Verhalten und geben Rückschlüsse über dessen Ursachen. Im Zusammenhang mit Coaching für Lehrkräfte wurden verschiedene Coaching-Werkzeuge in Verbindung mit den Erkenntnissen der TA beleuchtet.

Coaching in Verbindung mit der TA erweist sich als ideales Beratungsformat für Lehrkräfte. Es unterstützt sie dabei, ihre Handlungen zu reflektieren, sich weiter zu entwickeln und Veränderungen zu initiieren. Diese Erkenntnisse verbessern in mehreren Schritten das Verständnis für das Gegenüber und erhöhen die Qualität von Elterngesprächen. Die Lehrkraft lernt ihre eigenen Persönlichkeitsanteile kennen und kann dadurch die des Gegenübers besser einschätzen und entsprechend darauf reagieren. Lehrkräfte werden aufgrund der im Coaching neu erworbenen Fähigkeiten anders mit Eltern umgehen und lösungsorientierte Gespräche führen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Lehrkräfte durch diese Methode eigene Grenzen besser spüren und im Bedarfsfall auch setzen können.

Lehrgangsinformationen: 
Hochschullehrgang Kommunikation und Coaching

15. Februar 2020

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