Das Zentrum für Elementar- und Grundschulpädagogik versteht sich einerseits als Ort der Projektgenerierung und andererseits als Raum der kontinuierlichen Bearbeitung und Weiterentwicklung von pädagogisch-didaktischen Schlüsselthemen in Forschung und Lehre. Für Lehrende der KPH Wien/Krems und Interessierte aus unterschiedlichen Fachgebieten, die diesen Bereich weiterentwickeln wollen, stellt das Kompetenzzentrum einen fachlichen und interdisziplinären Vernetzungs- und Diskursort zu Themen der Elementar- und Primarstufenpädagogik dar.

 

 

Team

Die Mitglieder des Zentrums für Elementar- und Grundschulpädagogik sehen sich als eine Gruppe, deren Arbeit durch demokratische Grundstrukturen und durch eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung, Respekt vor unterschiedlichen Positionen sowie einer symmetrischen, offenen Kommunikation und transparenten Arbeitsprozessen geprägt ist. Aus dieser grundlegenden Haltung ergibt sich die Organisationsstruktur des Zentrums.

Team

Organisationsteam:

  
Kernteam (inhaltlich-wissenschaftliche Aufgaben)

Gabriele Bäck
Johanna Bruckner
Brigitte Cizek
Elisabeth Duschet
Christoph Falschlunger
Maria Fast
Otto Hörmann

Christian Nosko
Regina North
Marion Paternostro
Brigitte Pokorny
Ingrid Prcha
Eveline Schmid
Angelika Staud

Diese Personen übernehmen als beständiges Team die inhaltlich-wissenschaftlichen Aufgaben des Zentrums.

Konzept

Der Elementar- und Primarstufenbereich ist zentral für die Grundlegung der Bildung und daher ein unverzichtbares Anliegen einer Institution für PädagogInnenbildung. An der KPH Wien/Krems ist die  Grundschulpädagogik als größter Bereich in der Aus-, Fort- und Weiterbildung und gleichzeitig als ein multidimensionales Professions- sowie Forschungs- und Entwicklungsfeld für eine Vielzahl an Lehrenden verankert. Die Einbeziehung der Elementarpädagogik eröffnet dem Kompetenzzentrum ein wichtiges Handlungsfeld, da die frühe Bildung die Basis für weitere Lern- und Bildungsprozesse darstellt und die Bildungsbiografie jedes Kindes maßgeblich beeinflusst.

Ziele und Arbeitsvorhaben

  • Auseinandersetzung mit Inhalten der Elementar- und Grundschulpädagogik und deren Vermittlung in der Lehre; Diskurs über Kernbegriffe und Kernthemen der Elementarpädagogik und der Grundschulpädagogik im Kontext ihrer Vereinbarkeiten und Unterschiede
  • regionale, nationale und internationale Vernetzung mit Fachpersonen und Fachgruppen
  • Weiterentwicklung der thematischen Schwerpunkte „Was Kinder lernen“, „Wie Kinder lernen“, „Wo Kinder lernen“ und „LehrerIn werden/sein“
  • Generierung von weiteren Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu den genannten Arbeitsschwerpunkten

Was Kinder lernen

 

Sprachliche Grundbildung

Grundschule hat im Sinne eines pädagogischen Raumes für die Grundlegung der Bildung die Aufgabe, sprachliche Grundbildung für Kinder zu ermöglichen. Diese erfolgt einerseits als Persönlichkeitsbildung und weckt, erhält und fördert andererseits die Fähigkeit zur Kulturaneignung (vgl. BIFIE/BMUKK 2009, 7). Im Rahmen des Unterrichts der Grundschule, insbesondere im Deutschunterricht, müssen die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder umfassend gefördert werden (vgl. Prcha 2012, 115). Dabei werden allgemeine sprachliche Kompetenzen in fachspezifischen Kompetenzbereichen für Sprechen und Zuhören, für Lesen und Schreiben und für Nachdenken über Sprache und Schrift entwickelt. Allgemeine und spezifische sprachliche Kompetenzen dienen der Erschließung und Aneignung von realer und fiktiver Welt, sowie der Auseinandersetzung mit dem Ich und den anderen (vgl. BIFIE/BMUKK, 2009, 7).

Allgemeine sprachliche Kompetenzen sind: linguistische Kompetenz, kommunikative Kompetenz, kognitive Kompetenz, metakommunikative Kompetenz und multimediale kommunikative Kompetenz

Die Kompetenzbereiche für das Unterrichtsfach Deutsch, Lesen, Schreiben sind: Hören, Sprechen, Miteinander-Reden, Lesen – Umgang mit Texten und Medien, Verfassen von Texten, Rechtschreiben und Einsicht in Sprache durch Sprachbetrachtung

Sprachliche Bildung im Grundschulbereich ist somit umfassend in den Kompetenzbereichen für das Fach Deutsch, Lesen, Schreiben verankert. Die für den Elementarbereich im Bundesländerübergreifenden BildungsRahmenPlan angeführten Bildungsbereiche verfügen über eine Anschlussfähigkeit an den Lehrplan der Volksschule, da entscheidende Grundlagen für schulische Bildungsprozesse während der Kindergartenzeit entwickelt werden (vgl. Bäck/Fajtak 2012, 762).

Literatur
Bäck, G./Fajtak, U. (2012): Annäherung von Kindergarten und Volksschule im Spiegel systemischer Voraussetzungen. In: Erziehung und Unterricht 7-8, S. 757-764

BIFIE (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens)/BMUKK (Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Abteilung I/1: Bildungsstandards) (2009): Praxishandbuch für „Deutsch, Lesen, Schreiben“ 4. Schulstufe. Graz: Leykam. S. 7

Prcha, I. (2012): Schriftsprache erwerben – Rahmen und Lernbedingungen für das Lesen- und Schreibenlernen. In: Wolf W./Freund J./Boyer L.: Beiträge zur Pädagogik und Didaktik der Grundschule. Wien: Jugend & Volk. S. 115-124

Links
www.bifie.at
(Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens)
www.oesz.at
(Österreichisches Sprachenkompetenzzentrum)
www.buchklub.at
(Österreichischer Buchklub der Jugend)
www.stube.at
(Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur
www.schule-mehrsprachig.at
(Webseite des BMUKK)

Ansprechpersonen
Mag. Ulrike Fajtak, Mag. Ingrid Prcha

 

Mathematische Grundbildung

Mathematische Grundbildung in der Elementar- und Primarstufe zielt darauf ab, dass Kinder

  • mit Hilfe der Mathematik ihre Lebensumwelt besser verstehen und in ihr handlungsfähig sind,
  • tragfähige Grundlagen für zukünftige Lernprozesse erreichen und
  • in ihrem individuellen Bildungsanspruch unterstützt und gefördert werden.

Die Idee der mathematischen Grundbildung im Primarbereich ist in den Bildungsstandards Mathematik 4 und im Lehrplan der Volksschule mit den Unterrichtsgegenständen Mathematische Früherziehung und Mathematik abgebildet. Die Idee der mathematischen Grundbildung im Elementarbereich ist im Bundesländerübergreifender Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen (Seite 21) abgebildet.

Literatur
Mathematik – Primarstufe
Mathematik – Elementarstufe

Ansprechperson
Mag. Maria Fast

 

Philosophieren und Theologisieren

Die Techniken der Kinderphilosophie stellen ein breites Repertoire an Methoden zur Verfügung, um SchülerInnen zu eigenständigem und lustvollem Nachdenken zu motivieren. Es wird Zeit und kreative Anregung zur Verfügung gestellt, um die Fragehaltung zu fördern und individuelle Konstruktionsprozesse zu ermöglichen, eigene Vorstellungen zu versprachlichen und sich darüber (kritisch) auszutauschen. Dadurch werden Grundkompetenzen des Kommunizierens, Argumentierens und Hinterfragens geschult. Gleichzeitig stellt der wertschätzende Umgang mit unterschiedlichen Meinungen zu den großen Fragen der Menschheit einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung dar. Philosophieren trägt zu grundlegender Bildung bei, ein wesentlicher Anspruch der Grundschule (siehe Schwerpunkt 1)

Das Theologisieren mit Kindern und Jugendlichen greift in vielen Bereichen auf diese Techniken der Kinderphilosophie zurück, um die Vorstellungen der SchülerInnen zu religiösen Fragen ins Gespräch zu bringen und sieht sich wissenschaftlich gut eingebettet in die Anliegen der Kinder- und Jugendtheologie. Dieser konzeptionelle Ansatz innerhalb der Religionspädagogik verzeichnete in den letzten Jahren einen beachtlichen Aufschwung und dementsprechend findet sich das Theologisieren mit Kindern und Jugendlichen als wichtiger didaktischer Grundsatz in vielen Lehrplänen. Während das Philosophieren eine Orientierung im Denken bietet, fördert Theologisieren eine Orientierung im Glauben.

Das Kompetenzzentrum Elementar- und Grundschulpädagogik verfolgt die Entwicklung dieser beiden Richtungen kontinuierlich und bietet PädagogInnen entsprechende Fortbildung, um Kinder und Jugendliche gezielt im Philosophieren und Theologisieren begleiten zu können.

 

Aktuelle Aktivitäten

  • Seit September 2012 läuft der fünfte zweijährige Lehrgang "Theologisieren und Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen“ diesmal in Kooperation mit der PH-Eisenstadt und PH-Linz (Leitung: Mag. Elisabeth Duschet und Mag. Gerlinde Hämmerle, beide KPH Wien/Krems);
  • Lehrende der KPH stehen in ständigem Austausch mit dem Netzwerk für Kindertheologie und dem Netzwerk für Jugendtheologie, nehmen an den Tagungen der Netzwerke teil und publizieren zum Themenbereich;
  • Gestaltung der Rubrik "Kindertheologie" in der Zeitschrift: „Das Wort. Zeitschrift für den evangelischen Religionsunterricht in Österreich“;
  • Fortbildungsveranstaltungen zu Kinderphilosophie und Kindertheologie für  verschiedene Zielgruppen im pädagogischen Feld;
  • Vernetzung mit anderen Pädagogischen Hochschulen und Theologischen Fakultäten.


Literatur

Aktuelle Buchempfehlung zur Kinderphilosophie

Zoller Eva (2011): Selber Denken macht schlau. Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen. Anregungen für Schule und Elternhaus. Kempten: Zytglogge

Aktuelle Buchempfehlungen zur Kinder- und Jugendtheologie

Bucher Anton A. / Schwarz Elisabeth E. (2013): „Darüber denkt man ja nicht von alleine nach…“ Kindertheologie als Theologie für Kinder. Jahrbuch für Kindertheologie, Band 12, Stuttgart: Calwer

Freudenberger-Lötz Petra / Kraft Friedhelm / Schlag Thomas (Hg) (2013): "Wenn man daran noch so glauben kann, ist das gut". Grundlagen und Impulse für eine Jugendtheologie. Jahrbuch für Jugendtheologie, Bd. 1, Stuttgart: Calwer

Dieterich Veit-Jakobus / Roebben Bert / Rothgangel Martin (Hg) (2013): "Der Urknall ist immerhin, würde ich sagen, auch nur eine Theorie". Schöpfung und Jugendtheologie. Jahrbuch für Jugendtheologie, Bd. 2, Stuttgart: Calwer

 

Ausgewählte Literaturempfehlungen

Kinderphilosophie

Kindertheologie

Kinderbücher zum Philosophieren und Theologisieren

Kinderbücher zum Thema Tod

 

Interessante Links zur Kinderphilosophie:

www.kinderphilosophie.ch
www.kinder-philosophieren.de

http://www.kinderphilosophie.at/
http://www.wir-philosophieren.at/

Interessante Links zur Kindertheologie:

http://wiki.rpi-virtuell.net/index.php/Kindertheologie_(Methoden)
www.kirche-mit-kindern.de/thema/kindertheologie/

 

Ansprechperson
Mag. Elisabeth Duschet

Wo Kinder lernen

 

Von elementaren Bildungseinrichtungen in die Volksschule

Transition

Der Übertritt von einer elementaren Bildungseinrichtung in die Schule stellt eine tiefgreifende Umstrukturierung im Leben eines Kindes sowie seiner Familie dar. Diese Situation erfordert hohe Anpassungsleistungen von Sechsjährigen, die als Entwicklungsherausforderung auf drei Ebenen gesehen werden:

  • die individuelle wie z.B. Übernahme der neuen Rolle als Schulkind
  • die interaktionale wie z.B. Loslösung von Peers und Bezugspersonen im Kindergarten und Aufbau von neuen Beziehungen in der Schule
  • die kontextuelle wie z.B. Gewöhnung an das Umfeld Schule mit neuen Strukturen und Abläufen1

Eine Kooperation zwischen Kindergarten und Schule unterstützen Kinder dabei, den Eintritt in die Schule erfolgreich zu bewältigen und ihr Lernpotenzial entfalten zu können. Eine förderliche Begleitung wird in gemeinsamen Aktionen mit den Kindern, der gemeinsamen Gestaltung der Elternarbeit und die gegenseitige Information und Beratung der PädagogInnen und LehrerInnen sichtbar.2

1 Fthenakis W. E. : Transitionspsychologische Grundlagen des Übergangs zur Elternschaft. In Fthenakis Wassilios E., Eckert Martina, von Block Michael (Hrsg.) Handbuch Elternbildung. Leske + Buderich, Opladen 1999

2 Knörzer, W., Grass, K. & Schumacher, E. (2007). Den Anfang der Schulzeit pädagogisch gestalten. Studien- und Arbeitsbuch für den Anfangsunterricht (6. überarbeitete und ergänzte Auflage). Weinheim: Beltz.

Aktuelles

Transition Kindergarten Volksschule
BMBF Netzwerkprojekte
Literaturempfehlungen Transition

Links

https://www.bmbf.gv.at/schulen/sb/bildungsrahmenplan.html
http://www.bmfj.gv.at/familie/kinderbetreuung/gratiskindergarten-verpflichtender-besuch/modul-letztes-jahr-elementare-bildungseinrichtung.html
http://www.sprich-mit-mir.at/app/webroot/files/file/Leitfaden_final.pdf
http://www.foermig-berlin.de/materialien.html

Ansprechperson
Mag. Gabriele Bäck

 

Schularchitektur und Pädagogik

Der Raum als Medium der Pädagogik hat in den letzten Jahren im Zusammenhang mit  aktuellen Entwicklungen im Bildungswesen (Ganztagsschule, Inklusion, Lernen in jahrgangsgemischten Gruppen, Formen neuer Lernkulturen, Teamteaching etc.) an Bedeutung gewonnen.

Vor allem bei Schulneubauten und –umbauten wächst vermehrt der Bedarf nach einer Zusammenarbeit von Pädagogik und Architektur. (vgl. dazu auch www.schulumbau.at) Einerseits gilt es, Schulen, Gemeinden und ArchitektInnen aus pädagogischer Sicht zu beraten bzw. Beteiligungsprozesse zu initiieren und andererseits über Forschungs- und Entwicklungsprojekte neue Schulraumkonzepte zu evaluieren und die Beziehung von Lernen und Raum als eigenständig pädagogisches Thema aufzugreifen und theoretisch weiterzuentwickeln.

 

Laufende Projekte

"Der Einsatz neuer Schulmöbel als Gestaltungselement eines zukunftsweisenden Unterrichts“ (Projektleitung: Franz Hammerer/Katharina Rosenberger)

„Schule & Raum – Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks“ (Projektleitung: Franz Hammerer/Katharina Rosenberger)

http://pro.kphvie.ac.at/schulmoebel

Broschüre zum Forschungsprojekt, erschienen im August 2015: Rosenberger/Hammerer/Lindner/Miklas: Schulmöbel pädagogisch gedacht. ein Plädoyer für Vielfalt
http://wwwp1-ftp.kphvie.ac.at/schultische/HTML/index.html

Räume haben erhebliche Wirkungen auf das Bedingungsgefüge des Lernens, auf soziale Kontakte, das leibliche Erleben, also auf alle Interaktion und Kommunikation in der Schule. Durch die ihnen eigene Struktur und Aussagekraft lösen Räume Grundstimmungen aus und beeinflussen das Verhalten der sich in ihnen aufhaltenden Menschen. (vgl. Rehle 1998, S. 69f)

Unterricht unter dem Anspruch der Individualisierung und Differenzierung lässt sich mit den an die jeweiligen Bedürfnisse angepassten Raumkonzepten weit optimaler einlösen als in traditionell strukturierten Lernumgebungen.

Im Rahmen unseres Arbeitsschwerpunktes Schule & Raum bieten wir Schulen und Gemeinden bei Umbauten oder Neubauten Vorträge und Workshops an.

Bisherige Beratungs- und Vortragstätigkeiten

Film: Learning spaces and learner autonomy

 

Broschüre  RaumBildung – Beispiele zukunftsweisender Schularchitektur

In der Reihe RaumBildung werden zukunftsweisende Schulbauprojekte einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die beiden bisher erschienen Broschüren enthalten jeweils 4 Beispiele für gelungene Schulumbauten oder Neubauten, an denen die Beziehung von Lernen und Raum sichtbar wird.

Die Broschüren „RaumBildung2" und „RaumBildung" können Sie kostenlos bestellen:
BMBF - Abteilung I/10 - Kunst- und Kulturvermittlung für Schulen
alexandra.frey(at)bmbf.gv.at
T +43 1 53120-2524

https://www.bmbf.gv.at/schulen/sb/raumbildung.html

 

 

NEUERSCHEINUNG RaumBildung³ (Hammerer/Rosenberger, Hg., 2015)
Download

Raumbildung²

Kompetenzzentrum Elementar- und Grundschulpädagogik der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems
Herausgeber: Franz Hammerer und Katharina Rosenberger
Wien, Krems 2014
Download

 

Raumbildung

Kompetenzzentrum Grundschulpädagogik der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien / Krems
Herausgeber: Franz Hammerer
Wien, Krems 2012
Download

 

E. Schwarz & E. Wedl
Schulgemeinschaft Pfeilgasse, 1080 Wien - Mehrstufenklasse (MSK) 1-8
Lernkonzept und Raum
Wien 2014

Links

Enquete 'Architekturen neuen Lernens' 2008
http://www.bildunggrenzenlos.at/veranstaltungen/archiv/56-architektur.html

Münsteraner Konvent 'Der dritte Pädagoge' 2009
http://www.adz-netzwerk.de/Konvent-Muenster

OECD-Konferenz 'Imagine!' TU Wien 2010
http://www.gbl.tuwien.ac.at/imagine2010/documentation

schulRAUMkultur Symposium 2012 und Blog
http://2012.schulraumkultur.at/personen/franz-hammerer/

Plattform schulUMbau, unterstützt von der Köck Privatstiftung
www.schulumbau.at

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und Montag Stiftung Urbane Räume
http://www.paedagogische-architektur.de/startseite.html

Institut für Schulentwicklung – Dr. Otto Seydel
http://www.schulentwicklung-net.de/veroeffentlichungen/schulbau.html

Ansprechpersonen
Mag. Dr. Franz Hammerer, Mag. Dr. Katharina Rosenberger

Wie Kinder lernen

 

Offene Lernsituationen

Offener Unterricht bewegt sich zwischen Stagnation und Weiterentwicklung. Einerseits ist die Etablierung offener Lernsituationen  in den Grundschulunterricht  gelungen, anderseits bieten jüngere Forschungsbefunde vielfältige Hinweise für die Notwendigkeit und Möglichkeit einer qualitativen Weiterentwicklung. Das selbständige, selbstgesteuerte Lernen, der handlungsorientierte, selbsttätige Aufbau von Kompetenzen, die konsequente Individualisierung durch Differenzierung bzw. offene Lernsituationen wird für alle Schulen in Zukunft noch weit mehr an Bedeutung gewinnen, vor allem wenn es gelingt, die Qualität der Aufgabenstellungen unter dem Anspruch der Offenheit zu erhöhen, die Möglichkeiten dialogischer Lernbegleitung durch differenzierte, lernförderliche Feedbackgespräche besser zu nutzen und methodische Wege zu Aufbau einer reflexiven Lernhaltung (metakognitive Kompetenzen) systematisch einzubauen.

Offene Lernsituationen im Religionsunterricht

Ein Religionsunterricht, der zum Glauben-Lernen anregen will, muss vielseitig sein. Viele Bereiche sind dabei Gemeinschaftserfahrungen. Individuelle und gruppenbezogene Lernprozesse können sich jedoch wechselseitig inspirieren, bereichern und ergänzen.

Freiarbeit im Religionsunterricht ermutigt Schülerinnen und Schüler, sich als Subjekte in den Religionsunterricht einzubringen. Aus der Perspektive der Religionsdidaktik fördert diese Lernform den eigenen Weg zum Glauben, der nur in personaler Freiheit zu realisieren ist.

Lernen heißt selbst lernen – auch im Religionsunterricht. Eine Befragung wirft den Blick auf die, Möglichkeiten, Chancen und Grenzen von offenen Lernsituationen im Religionsunterricht. Die umfassenden Ergebnisse geben Einblick in die Auseinandersetzung.

Laufende Angebote in der Fort- und Weiterbildung für Religionslehrerinnen wollen eine Weiterentwicklung des Schwerpunkts „Freies Lernen-Freie Arbeit" anregen.

Ansprechpersonen
Mag. Dr. Franz Hammerer, Dipl.-Päd. Uschi  Peßl, Mag. Dr. Anita Summer

 

Forschendes Lernen im Sachunterricht

Der Sachunterricht versteht sich im Fächerkanon der Grundschule als zentrales Kernfach , das Schülerinnen und Schülern - ausgehend von bereits erworbenen Erfahrungen, vom kindlichen Interesse und der Neugierde für die „Dinge in der Welt“ - bei der Erschließung ihrer Lebenswelt und deren Besonderheiten und Phänomene unterstützen soll.
Wenn Kinder in die Schule kommen, haben sie ihre Bildungserfahrungen spontan und ungeplant erworben, nehmen neue Herausforderungen an und stellen ungezwungen Fragen. Sie entwickeln Theorien über die Welt und vergleichen diese mit ihren Beobachtungen und Wissensbeständen. Lernen erfolgt hier situativ und vorwiegend selbstreguliert.
Auch die aktuelle wissenschaftliche Sicht vom Lernen versteht diesen Vorgang als solchen aktiven Konstruktionsprozess, bei dem Lernende durch den Austausch mit jeweils unterschiedlichen Lebenswelten bereits individuell erworbene Erfahrungen in vorhandenes Wissen integrieren und durch individuelle - und daher unterschiedliche – Strategien verarbeiten.
Um diese Lernhaltung mit Studierenden aufzugreifen und weiterzuentwickeln, ist der Ansatz des Forschenden Lernens bzw. des Forschend-begründenden Lernens Schwerpunkt der Arbeit der Sachunterrichtsdidaktik in den naturwissenschaftlich orientierten Erfahrungs- und Lernbereichen. Neben dem Erwerb einer Fülle an methodischen Werkzeugen und spezifischen Arbeitsweisen, wie Beobachten, Messen, Dokumentieren, Vorhersagen, Kommunizieren u. a., kommt dem Prozess des Forschens als „Motor“ des Lernens hier grundlegende Bedeutung zu. Schülerinnen und Schüler gehen dabei meist von eigenen Fragestellungen aus und bearbeiten diese selbstgesteuert, jedoch durch PädagogInnen strukturell gestützt. Im Fokus der seminaristischen Bearbeitungen steht dabei die Auseinandersetzung mit diesem Prozess selbst und den Möglichkeiten, diesen anzuregen und zu fördern.

Eine immanenten Stellenwert für Forschendes Lernen nimmt die Entwicklung von Lernumgebungen und didaktischen Arrangements ein(Reinmann-Rothmeier/Mandl 1999). Es ist eine spannende Herausforderung Lernsettings zu erstellen, die sowohl die kindliche Neugierde herausfordern, mehrperspektivisch und problemorientiert konzipiert sind, als auch verschiedene Lernwege und Lösungsmöglichkeiten zulassen und daher unterschiedlichen Lerntypen gerecht werden. Diese komplexen Lernumgebungen werden für und an schulischen und außerschulischen Lernorten geplant bzw. realisiert.

Hier ist vor allem das Technische Museum Wien ein konstruktiver und kompetenter Partner der KPH Wien/Krems, wobei dem TMW als pädagogisch vorbereiteter außerschulischer Lernort die Funktion zukommt,Anregungen für die interaktive und eigenständige Auseinandersetzung mit Inhalten zu bieten (Hellberg-Rode 2004, Holzinger 2011). Der Fokus liegt hier weniger auf der Vermittlung formaler Inhalteals auf dem Erleben naturwissenschaftlicher Phänomene, dem Erkennen von Zusammenhängen und dem Verknüpfen von Neuemmit Bekanntem.

Aktuelle Ausstellungen und Highlights des Museums wecken Neugierde und Faszination für Objekte und sind Anlass für Themenfindungen. In Zusammenarbeit von Fachdidaktik Sachunterricht mit MitarbeiterInnen der Museumspädagogischen Abteilung werden gemeinsam inhaltliche Ebenen abgeglichen und die Vorhaben durch Ressourcen dieses besonderen „Science-Museums“ komplettiert. So erhalten die Arbeiten einen direkten Konnex zur Realität und Studierende erfahren durch regen Austausch und an konkreten Problemstellungen selbst aktives Lernen. Didaktisch werden die Themen in Forschungsminiaturen aufgearbeitet.
Schön für die KPH: Der pädagogische Blick der Studierenden auf Ausstellungen und Hands-on-Bereiche ist auch für das TMW interessant und wichtig!

[1] Dem Sachunterricht ist gemäß dem österreichischen Lehrplan die Erweiterung der Sach-, der Sozial- und der Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler unter Einbezug der Erweiterung von Sprach- und Lernkompetenz übertragen.

Ansprechperson
Prof. Mag. Brigitte Pokorny

 

Altersgemischtes Lernen

Die heutige pluralistisch geprägte postmoderne Gesellschaft spiegelt sich in Schule und Klasse wider. Heterogenität ist zu einem zentralen Merkmal unserer Zeit geworden, und dies wird in kaum einem anderen Bereich des öffentlichen Lebens sichtbarer als im Bildungswesen. Auf allen Ebenen der Bildungslandschaft gilt es, die Vielfalt, Verschiedenheit und Differenz anzuerkennen, als Herausforderung zu sehen und konstruktiv zu gestalten.

So werden einerseits im städtischen Bereich bewusst Mehrstufenklassen gebildet, um das Miteinander-Leben und Lernen von Kindern unterschiedlichen Alters zu ermöglichen, andererseits nehmen im ländlichen Bereich die Kleinschulen und somit Klassenzusammenlegungen zu. Dies führt zu einer Herausforderung in Bezug auf die Gestaltung des Unterrichts und fordert neue Konzepte.

Die Zukunft der Grundschule steht vor großen Veränderungen. Markante gesellschaftspolitische und pädagogische Entwicklungen (LehrerInnen-Bildung NEU,  Inklusion, Ganztagsschule, Standardisierung, neue Lernkulturen etc.) werden der Grundschule ein neues Profil geben. Die Schule insgesamt kann die Herausforderungen von heute und morgen jedoch nicht mit der Organisationsstruktur von gestern lösen.

„Der kompetente Umgang Lehrender (und Lernender) mit Heterogenität führt nicht nur zu einem produktiven, lernförderlichen Schul- und Unterrichtsklima, sondern auch zu höheren Leistungen der Lernenden" (Kucharz; Wagener 2007, S.5).

Als besondere Aufgabe einer zukunftsfähigen Grundschule kann ein pädagogisch-didaktisch kompetenter Umgang mit immer heterogener werdenden Lerngruppen gesehen werden. Mit dem Anspruch der Inklusion, der Neuorientierung im Schuleingangsbereich und der Zunahme an Mehrstufenklassen und Kleinschulen wurde eine Trendumkehr von der homogenen hin zur heterogenen Lerngruppe bereits eingeleitet. Sehen wir die Heterogenität als Chance, ist der Blick auf reformpädagogische Konzepte und andere Ansätze der Individualsierung und Differenzierung unumgänglich.

„Heterogenität als akzeptierter und gestalteter Bezugspunkt für das pädagogische Handeln, speziell für den Unterricht, beginnt im Kopf der Lehrkraft und mit seiner emotionalen Akzeptanz durch sie" (Heckt; Wendt 2010, S.8).

 

Literatur

 

Downloads - Links

https://www.bifie.at/buch/1024/c/3
http://heterogen-lernen.ch/

Heterogenität als Lernressource

Unter folgenden Links finden Sie Basisinformationen zum Themenfeld „Altersgemischtes Lernen an Kleinschulen":

Demographische Entwicklungen
Forschungsergebnisse

Reformpädagogische Ausrichtung von Kleinschulklassen

Heterogenität versus Homogenität

Schulanfang und Altersmischung

Differenzierung und Individualisierung

Lehren und Lernen in altersgemischten Gruppen

Ansprechpersonen
Mag. Dr. Otto Hörmann, Mag. Kerstin Schmidt-Hönig

 

Kindgerechte Leistungserziehung in Bewegung und Sport

Eine grundlegende pädagogische Aufgabe der Schule und insbesondere der Grundschule ist die Förderung der Lern- und Leistungsbereitschaft des Kindes und die Entwicklung seiner Leistungsfähigkeit und Leistungsfreude. Dem Unterrichtsgegenstand Bewegung und Sport kommt innerhalb der Leistungserziehung eine besondere Bedeutung zu, bieten doch Bewegung, Spiel und Sport vielfältige Möglichkeiten und Gelegenheiten für Erfahrungen mit den eigenen Fähigkeiten. Dabei geht es in der Bewegungserziehung der Grundschule nicht nur um die Verbesserung körperlicher Fähigkeiten und die Förderung einer sportlichen Leistungsfähigkeit, im Mittelpunkt didaktischer Überlegungen steht vielmehr ein ganzheitliches Lernen mit dem Ziel, die physische, psychische und soziale Kompetenz des Kindes zu stärken.

In Situationen des Erkundens und Spielens, des Gestaltens und Darstellens, des Übens und Trainierens und des Wettkämpfens können die verschiedenen Erlebnisdimensionen erschlossen werden und alle Schüler und Schülerinnen individuell angemessene Herausforderungen erhalten, um Leistungen vollbringen und verbessern zu können. Darüber hinaus sollten sie auch vertraut gemacht werden, mit Leistungen und Leistungsvergleichen pädagogisch reflektiert umgehen zu lernen.

Das BMUKK hat im Jahr 2009 eine Initiative in der Volksschule gestartet, die „mehr Bewegung“ in Schulen bringen soll. Österreichweit erhalten derzeit alle Schüler und Schülerinnen der dritten Klasse zu Schulbeginn ein „Bewegungstagebuch“. Es soll die Kinder motivieren, möglichst viele der dort angeführten Übungen zu absolvieren.

Link zur Bewegungsinitiative: www.gesundundmunter.at

Diese Bewegungsinitiative „Gesund und Munter“ umfasst mehrere Bausteine. Informationen dazu finden Sie in folgendem Artikel:
Mag. Eveline Schmid, Das Bewegungstagebuch als Instrument zur Förderung von Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit des Kindes in der Grundschule

Aktuelle Aktivitäten / Kontakt

Im Juli 2009 wurde eine Vereinbarung zwischen dem BMUKK, dem Sportministerium und der österreichischen Bundessportorganisation bezüglich einer Zusammenarbeit von Schule und Sport bei Angeboten von Bewegung, Spiel und Sport in österreichischen Schulen  getroffen. Dies  bedeutet für die Schulen ein vermehrtes Angebot an Bewegungsförderung, um die Leistungsfähigkeit unserer Kinder zu verbessern.

Fit und locker mit Hopsi Hopper (ASKÖ): www.askoe.atwww.hopsihopper.at
Ugotchi (SPORTUNION): www.sportunion.atwww.ugotchi.at
Zugvögel (ASVÖ): www.asvoe.atwww.zugvogel.at
„Fit für Österreich“ - das bundesweite Beratungsnetzwerk: www.fitfueroesterreicht.at

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur -
Bewegung & Sport in den Schulen Österreichs
www.bewegung.ac.at

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur -
Abteilung Schulsportbewerbe, Sportstättenbau und Bundesschullandheime
www.schulsportinfo.at

Bundeskanzleramt, Sektion VI
www.sport.austria.gv.at

Österreichische Bundes-Sportorganisation
ww.bso.or.at

Österreichisches Sport- und Turnabzeichen
www.oesta.at

Österreichisches Turnprogramm für alle Vereine und Schulen (Turn 10)
www.turn10.at

Österreichisches Institut für Sportmedizin
www.sportmedizin.or.at

Österreichisches Dokumentations- und Informations-
zentrum für Sportwissenschaften
www.univie.ac.at/sportwissenschaften/oedisp

Links zur Bewegten Schule:

Links für Informationen zu Bewegung und Sport bzw. Hilfen und Materialien für die Unterrichtsgestaltung:

  • Bewegung und Sport in Schulen Österreichs: www.bewegung.ac.at
  • Das österreichische Schulportal: www.schule.at
  • Das österreichische Schulportal für Sport: www.sport.schule.at
  • Homepage des niederösterreichischen Schulsports: www.sport.noeschule.at
  • Informationen und Materialien für Lehrer und Schüler: www.sportunterricht.de
  • Website der sozialen Unfallversicherung: www.auva.at
  • Ein Unterrichtsmittel mit offenen Bewegungsangeboten für den motorischen

Basisunterricht in Kindergarten, Schule und Verein: www.muttutgut.at
Anregungen für eine bewegte Schulkultur: www.mehr-bewegung-in-die-schule.de

Tagungen und Kongresse:

Zahlreiche Initiativen und Forschungsgruppen im deutschsprachigen Raum beschäftigen sich mit der Thematik der Bewegten Schule. Diesem Interesse liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch das Medium Bewegung die kognitive, sprachliche, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder unterstützt werden kann.

  • Kongress „Bewegte Kindheit“  in Osnabrück

Der Kongress „Bewegte Kindheit“ bietet seit mehr als 20 Jahren eine Plattform, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu vertiefen.

Link: www.bewegtekindheit.de

Ansprechperson
Mag. Eveline Schmid

LehrerIn werden/sein

 

Reflektieren im Schulpraktikum

Forschungsprojekt zum Thema Praxisreflexionen

Dass eine kritische Reflexion der eigenen Unterrichtserfahrungen in den Schulpraktischen Studien im Professionalisierungsprozess von Lehramtsstudierenden eine zentrale Rolle spielt, scheint in der LehrerInnenbildungsforschung unbestritten. Inwiefern das kontinuierliche Verfassen von schriftlichen Reflexionsberichten aber wirksam ist bzw. in welches Stützsystem es eingebettet werden müsste, ist gar nicht so eindeutig. Dieses Problem wird im Forschungsprojekt „Schriftliche Praxisreflexionen in der LehrerInnenausbildung - Ein Garant für Kompetenzentwicklung?“ untersucht.

Das Projekt lässt sich als Praxisforschung einordnen, in dem die Hauptdaten mittels der Dokumentarischen Methode ausgewertet werden.

Links zum Forschungsprojekt
Projektbeschreibung
Posterpräsentation

Laufzeit: 2012-2014

Wissenschaftliche Leitung: Katharina Rosenberger
Projektteam: Reinhard Feldl, Rita Humer, Julia Köhler, Ingrid Prcha
Ein Projekt der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems

Ansprechperson
Mag. Dr. Katharina Rosenberger

 

Praxisatelier in der LehrerInnenfortbildung

Projektidee
Das Praxisatelier ist eine Kooperation des Landesschulrats für Niederösterreich und der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems und versteht sich als Drehscheibe in der niederösterreichschen Bildungslandschaft mit innovativen Angeboten für PädagogInnen.
Der Arbeitsschwerpunkt konzentriert sich in der ersten Phase auf den Sachunterricht, und hier im Speziellen auf den naturwissenschaftlichen Sachunterricht. Das Kooperationsvorhaben verfolgt ein innovatives, niederschwelliges Konzept.
Sachunterricht im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch von Wissenschaft und didaktischer Realisierbarkeit erzeugt Fragestellungen, denen es gilt, sich von Seiten der Pädagogischen Hochschule, der Schulorganisation und aus der Sicht der Lehrer/innen in Aus- und Fortbildung zu nähern.
Obwohl der Lehrplan für den Sachunterricht der Grundschule den Kontakt der Kinder zu naturwissenschaftlichen Themen und das Erlernen erster spezifischer Arbeitsweisen und Fertigkeiten vorsieht und in seiner gelungenen Formulierung der Erfahrungs- und Lernbereiche grundsätzlich sehr gute Ausgangsbedingungen schafft, wird jedoch in der Unterrichtspraxis häufig nur ein geringer Teil dieser Lehrplaninhalte umgesetzt. Insbesondere die Realisierung eines experimentierend-forschenden bzw. forschend-begründenden Sachunterrichts gestaltet sich äußerst problematisch und stößt vielfach auf Hürden. Vermeidungstendenzen auch im Bereich der Ausbildungslehrer/innen, vor allem jener mit weniger Berufserfahrung, sind zu verzeichnen.
Befunde nationaler und internationaler wissenschaftlicher Untersuchungen sowie vorausgegangene eigene Recherchen und Analysen geben Hinweise für Handlungsbedarf in diesem Bereich (Pokorny 2004, Peschel 2007, vgl. dazu auch Reinhoffer 2005). So werden in Zusammenhang mit lang angelegten Modernisierungsprozessen - als zentrale Elemente - Unterstützungsmaßnahmen zur Förderung der Professionalität von Lehrkräften genannt. (Baumert 2003, S.225)
Dieser Tatsache möchte auch das Team des Praxisateliers entsprechen und mit innovativen, offenen, aber auch maßgeschneiderten Angeboten PädagogInnen unterstützen. Unterschiedlich designte Formate sollen das Angebot strukturieren und den Zugang einfach und unbürokratisch gestalten.

Das Erwachsenenalter wird zunehmend zu „einer dauerhaften Lernphase [ ], wo Lernprozesse an unterschiedlichen Orten, in vielfältigen Kontexten und Settings sowie in verschiedenen Formen (formal, non-formal und informell) und mit diversen Zielsetzungen stattfinden“(Gruber /Wiesner 2012) und führt zu einer zunehmenden Ausdifferenzierung der Weiterbildungslandschaft. In dieser werden „Kompetenzen auch als Ergebnis von wechselseitigen Bezugsnahmen zwischen Disziplin und Profession“ (Jütte/Walber 2012) verstanden und verweisen auf die These, dass Professionalisierungsprozesse im Austausch von wissenschaftlicher Disziplin und praktischer Profession stattfinden und auch durch reflexive Kompetenzen determiniert sind.


Ziele
Eben hier setzt die Schulentwicklungsmaßnahme „Praxisatelier“ an. Sie zielt mit einem Angebot von fachlicher, didaktischer Fortbildung, aber auch Beratung und Coachíng bei leichtem Zugang für die Zielgruppe durch unterschiedliche Strukturierung der Angebotsformate auf Unterstützung der LehrerInnen ab.
Im Praxisatelier sollen LehrerInnen, durch ReferentInnen und Mitarbeiterinnen des Ateliers unterstützt, aber auch in kooperativen Lernsettings Angebote wahrnehmen. Gewonnene Erkenntnisse sollen Wissenskonstruktion und Kompetenzerwerb ermöglichen und können so zu Veränderungen in professionellen Orientierungen und letztlich zur Modifizierung bzw. Veränderung des professionellen Habitus führen.

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Abb. 1: Darstellung von LehrerInnenprofessionalisierung im Praxisatelier in Form einer Wirkungskette (POKORNY 2013)

Inhaltlich sollen Distanzen von Lehrer/innen zu (naturwissenschaftlichen) Bereichen des Sachunterrichts verringert und didaktisch Möglichkeiten geschaffen werden, den Transfer neuer Erkenntnisse aus der (Bildungs-, Neuro-, Fach-,…) Wissenschaft in die pädagogische Praxis zu erleichtern.
Das Projekt soll bei der Entwicklung, Planung und Implementierung wissenschaftlich begleitet werden. Außerdem soll eine Evaluation der ersten Arbeitsphase zeigen, wie dieses Angebot angenommen wird und so die Richtung für Modifikationen sichtbar machen.


Struktur der Maßnahme
Erklärte Absicht ist, Schulentwicklungsmaßnahmen mit „besonderer Charakteristik“ an einem zentralen Platz in der niederösterreichischen Landeshauptstadt zu „verorten“. Dies ist sowohl im Sinne einer Bündelung von Maßnahmen, die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen, gedacht, wie auch räumlich, im Sinne einer Beheimatung an einem strategisch gut gewählten, geographischen Ort. Hier ist auch auf die Bedeutung von „pädagogischen Räumen“ (HAMMERER 2008, 2012, 2013), nicht nur für kindliches Lernen, zu verweisen.
Die „besonderer Charakteristik“ bezieht sich auf Angebote, die Merkmale und Strukturen aufweisen, die von gewohnten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen abweichen können. Referent/innen werden durch oder über die KPH Wien/Krems bereitgestellt und sind zur Einhaltung von Qualitätsstandards bei allen Aktionen und Veranstaltungen verpflichtet.
Im Praxisatelier soll ein innovativer Weg der LehrerInnenfortbildung und damit verbunden der LehrerInnenprofessionalisierung einschlagen werden – leichter Zugang zu den Veranstaltungen, attraktive, auch individuelle Angebote, Unterstützung kooperativer Lerngruppen, wenig Bürokratie.
Eine Besonderheit für Schnellentschlossene stellt auch die Möglichkeit dar, vor Ort Veranstaltungen zu inskribieren und Reiserechnungen zu stellen.
Alle Veranstaltungen werden als Fortbildung angerechnet!
In Form von Montagsveranstaltungen werden folgende Fortbildungsformate angeboten:


Atelier-Café

Das Atelier-Café stellt die offenste Form der Angebote dar. Hier werden in entspannter „Kaffeehaus-Atmosphäre“ Beiträge zu aktuellen (Praxis-)Themen und Informationsveranstaltungen geboten (Thementreffs).
Auch Beratung zu speziellen Fragen des (Sach-) Unterrichts und/oder dessen Organisation können in Anspruch genommen werden. Gerne bieten wir auch Projektberatung bzw. Projektbegleitung. Die TeilnehmerInnen können auch konkrete Materialien oder Informationspakete mit nachhause nehmen!

Lounge

Hier werden Treffen mit ExpertInnen aus Bereichen der (Elementar-) Pädagogik und –didaktik sowie aus Bereichen der Wirtschaft, der Industrie und Forschung angeboten.
Best- Practice Beispiele werden vorgestellt und der Austausch von Ressourcen wird ermöglicht und gefördert.
Aktuelle Themen sollen hier aufgegriffen, diskutiert und mit ExpertInnen reflektiert werden. Wenn Interesse geweckt wurde, kann auch neuen Projekten „auf die Sprünge“ geholfen werden.

Kooperative Lerngemeinschaften

In Schulversuchsschulen tätige oder in innovativen Projekten arbeitende KollegInnen treffen einander in Arbeitsgruppen, Arbeitskreisen und Ideenwerkstätten, zu bestimmten Themen und Interessensgebieten (Bildungsstandards, Jahresplanungen, Fragestellungen zu Schulversuchen … Materialworkshops mit Tauschboutique, Worksharing … usw.) und finden Raum, Beratung und Unterstützung im Praxisatelier.
Gerne wird „maßgeschneiderte“ Fortbildung für diese Lerngemeinschaften organisiert, denn Entwicklungsarbeit wirft oft Fragen auf und neue Herausforderungen begleiten den Weg.

Fortbildung

Praxisorientierte Fortbildung, mit Inskription über ph-online, zu Bildungsbereichen der Grundschule widmet sich auch Schwerpunktthemen, wie im ersten Projektjahr dem Sachunterricht und hier im Speziellen dem naturwissenschaftlich orientierten Sachunterricht.


Zielpublikum

Die Maßnahme Praxisatelier ist auf KollegInnen aus dem Pflichtschulbereich fokussiert, die

  • methodisch - didaktische Anregungen für ihren Unterricht suchen und Material oder Info-Pakete mitnehmen möchten,
  • theoretische Ansätze und Vorschläge aus der Forschung diskutieren und auf ihre Anwendbarkeit hin prüfen möchten,
  • gerne ihr Wissen und ihre Ideen mit anderen teilen und Austausch in ungezwungener, offener Atmosphäre genießen,
  • innovatives Denken auch als ein Charakteristikum von Professionalität schätzen,
  • Vernetzung als Chance für persönliche professionelle Entwicklung und damit auch für Schul- und Unterrichtsentwicklung sehen,
  • qualitätsvolle, praxisnahe und zum Teil auch maßgeschneiderte Fortbildung in Anspruch nehmen möchten.


Forschungsinteresse

Das Interesse beider Institutionen (LSR und KPH Wien/Krems) am Praxisatelier ist bildungspolitisch begründet und soll als Kooperation von Schulbehörde und Hochschule im Bemühen um Lehrer/innenprofessionalisierung beispielgebend und für beide Institutionen gewinnbringend sein.
Die wissenschaftliche Evaluation dieses Fortbildungsprojektes soll Erkenntnisse über effektive Wege der Fortbildung finden und Hinweise auf ihre Wirkung mit Blick auf die Unterrichtqualität aufzeigen.

KooperationspartnerInnen

Industriellenvereinigung NÖ
Initiative neues lernen - Köck Privatstiftung
Arbeiterkammer NÖ
Hypo NOE Landesbank

Anmeldeformalitäten
Die Anmeldung zu den Veranstaltungen erfolgt per Mail unter:
andrea.poelzl(at)schule-noe.at
Eine Anmeldung in PH-Online ist während des Anmeldezeitraumes auch direkt möglich!

Ansprechperson
Prof. Mag. Brigitte Pokorny