Freifach | Die Kunst der Achtsamkeit.

Ganzheitliche Übungen für eine achtsame Grundhaltung im Schulalltag

© Karin Ertl privat

 

In unserer 5. Einheit schenkten wir dem Essen besondere Achtsamkeit. Einerseits mit Hilfe die sogenannte „Rosinenmeditation“, andererseits mittels Visualisierung einer „Frühstücksmeditation“.
Aufgrund dieser Übungen konnte festgehalten werden, dass all unsere Nahrung direkt oder indirekt von einer großen Zahl an Lebewesen hergestellt wurde und wir dafür dankbar sein dürfen. 


In der 4. Stunde unserer Achtsamkeitsübungen konzentrierten wir uns mit Hilfe von Gehmeditation und Body Scan auf unseren Körper.

Die populäre Zen-Geschichte machte dabei den Anfang:
 

„Auf die Frage eines Schülers, was ihn von einem Meister unterscheide, antwortet dieser: ‚Wenn ich gehe, dann gehe ich.

Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.“ ‚Wieso? Das mache ich doch auch.‘

Der Meister antwortet: ‚Wenn du gehst, denkst du ans Essen und wenn du isst, dann denkst du ans Schlafen.

Wenn du schlafen sollst, denkst du an alles Mögliche. Das ist der Unterschied.‘“
 

Es geht also darum sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Körper genau bei der Sache zu sein, die man gerade tut.

 


­In der 3. Stunde haben wir uns mit dem Thema „Haltung“ beschäftigt, mit innerer und äußerer Haltung und der Frage, wie sie zusammenhängen.

 

Reflexion einer Meditation (Sofia Jenny)

Haltung- Wie stehe ich da?  

Aufrecht? Gebückt? 

Nehme wahr.  

Beobachte was mich bedrückt.  

 

Strecke mich aus. 

Greife nach den Sternen. 

Wachse über mich hinaus. 

So Vieles kann ich lernen. 

 

Komme wieder an. 

Spüre tief in mich hinein, 

an dem Ort an dem alles begann. 

So wie ich da bin, so will ich sein. 


„Sei dir selbst eine Insel“ (Buddha)

Wir widmeten uns in der zweiten Stunde der Rolle des Atems bei der Entwicklung der Achtsamkeit.

Bei einer Meditationsübung wurde der innere Raum als Insel imaginiert.

Nach den Übungen gab es wieder einen regen Erfahrungsaustausch der Teilnehmer*innen:

„Ich habe den Weg meines Atems ganz deutlich spüren können. Wie ein leichter Windhauch zog er durch meinen Körper.“

„…die Insel… wieder ein guter Ort, sich zurückzuziehen und zu entspannen. Davon kann man nie genug haben.“

Eine Studierende teilte ihre Erinnerung an ein für sie hilfreiches Bild zum Atem:

„Man kann sich den Atem wie ein Gefäß vorstellen, mit dem man aus einem Brunnen schöpft. So tief man mit dem Gefäß in den Brunnen kommt und lebensspendendes Wasser herausholt, so tief kann man mit dem Atem in den Körper hineinschöpfen und die tief liegende Lebenskraft an die Oberfläche bringen.“


 

“Aller Anfang ist jetzt” 

Eine kleine Gruppe Studierender hat sich auf den Weg gemacht, Achtsamkeit als Haltung und Methode kennenzulernen. Atemübungen, Austausch und die Darstellung der Zugänge zur Haltung der Achtsamkeit von buddhistischer und christlicher Seite haben die erste Stunde viel zu kurz werden lassen.  

Stille ist uns immer, in jedem Augenblick, zugänglich. 

Mit dem Gongschlag betreten wir den Raum der gemeinsamen Übung, der lebendigen Stille gewahr zu sein. 

Spannende Erfahrung: Diese Übung wird auch im digitalen Raum als gemeinsames Tun und als wohltuend und stärkend erlebt. 


 

Ein neues Freifach unterstützt die Umsetzung der SDG 3 "Gesundheit und Wohlergehen" und 4 "Hochwertige Bildung" an der KPH Wien/Krems: Die Kunst der Achtsamkeit. Ganzheitliche Übungen für eine achtsame Grundhaltung im Schulalltag

„Achtsamkeit“ wird heute in sehr vielen gesellschaftlichen Kontexten mit unterschiedlichen Bedeutungen und Ausprägungen verwendet.  Studierende am Campus Strebersdorf können sich nun erstmals in einem neuen Freifach mit der Grundhaltung der Achtsamkeit auseinandersetzen. 
 
Die Teilnehmer*innen lernen im Blick auf den Schulalltag ausgewählte Achtsamkeitsübungen kennen, gemeinsames Üben und Reflexion im Gespräch gehören ebenso dazu, wie die Vermittlung der theoretischen Grundlagen in Buddhismus und Christentum.  Im Fokus stehen die Studierenden als zukünftige Lehrer*innen, die Wege suchen, wie sie in eine offene und achtsame Grundhaltung hineinwachsen können, um für die eigene Gesundheit und ihre menschliche wie professionelle Entwicklung nachhaltig selbst Verantwortung übernehmen zu können.

Beginn: 8. April 2021
Beschränkte Teilnehmerzahl
LV Nr. 5200.000012