Orthodoxe sollen in Österreich leben, nicht nur wohnen

Rumänisch-orthodoxer Bischofsvikar bricht im "Kathpress"-Interview Lanze für Integration und wünscht sich mehr orthodoxe junge Menschen als Lehrer

Wien, 22.08.2018 (KAP) Bis zu 50.000 rumänisch-orthodoxe Christen leben in Österreich, und nach wie vor ist die Kirche im Wachstum begriffen. Das bedeutet zugleich aber auch, dass sich die Gläubigen noch intensiver als bisher in die österreichische Gesellschaft integrieren und auch in dieser aktiv engagieren sollten. Das hat der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura im "Kathpress"- Interview betont.

 

Als er vor rund 25 Jahren nach Österreich kam, habe es gerade einmal zwei rumänisch-orthodoxe Pfarrgemeinden in Wien und Salzburg gegeben. Heute seien es 14 Pfarren in ganz Österreich. Allein das veranschauliche schon das Wachstum der Rumänisch-orthodoxen Kirche im Land.

 

Ein Teil der Rumänen sei bestens integriert, "andere wohnen wiederum nur hier", so Dura wörtlich. Integration bedeute nicht, dass man dabei die eigene Kultur und Tradition aufgeben müsse. Ganz im Gegenteil: "Der Austausch in der pluralistischen Gesellschaft hat mir sogar geholfen, meine orthodoxe Identität noch besser buchstabieren zu können."


Ein besonderer Wunsch des orthodoxen Geistlichen: Mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund sollten in den österreichischen Schulen tätig sein. Er wolle deshalb die jungen Männer und Frauen seiner Kirche ermutigen, den Lehrerberuf zu ergreifen; sei es als orthodoxe Religionslehrer oder auch im profanen literarischen Bereich. Dura ist an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH) sowohl als Lehrender als auch im Hochschulrat engagiert. Dass es an der KPH im Schnitt nur drei orthodoxe Studenten pro Studienjahr gibt, sei mehr als nur unbefriedigend, so der Bischofsvikar.


Für die orthodoxen Kirchen in Österreich wünscht sich Dura noch mehr Einheit und Zusammenarbeit; im Bereich der Orthodoxen Bischofskonferenz und darüber hinaus. Er würde es auch sehr begrüßen, wenn es möglichst bald zu einem gemeinsamen Treffen der orthodoxen und katholischen Bischofskonferenz kommt, wie dies ja schon von beiden Seiten grundsätzlich anvisiert ist. Das wäre ein großartiges Zeichen ökumenischer Verbundenheit, so Dura.


Quelle:

https://redaktion.kathpress.at/action/kpprod/download?&p=6163&c=5c3d