Arbeitsschwerpunkte

Die folgenden Themenfelder sollen erste thematische Schwerpunkte des Kompetenzzentrums bilden und wollen in ihrer Gesamtheit als Grundlage für eine umfassende und differenzierte Wahrnehmung der Fähigkeiten und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen verstanden werden.

1. Begabten- und Kreativitätsförderung von frühester Kindheit bis ins Jugendalter

Begabten- und Kreativitätsförderung bildet als selbstverständliches Unterrichtsprinzip das Fundament gelungener Bildungsarbeit. Im Sinne der Diskussion um lebenslanges Lernen, die derzeit verstärkt im Fokus der pädagogischen Auseinandersetzung steht, ist der Lern- und Förderprozess weiter zu fassen als bisher. So müssen die Begabungen und Bedürfnisse von Kindern bereits von der Geburt weg verstärkt ins Auge gefasst werden. Neben LehrerInnen sollten auch  ErzieherInnen, KindergartenpädagogInnen und Eltern in ihren Bemühungen um individuelle Förderung ihrer Kinder an der KPH kompetente Unterstützung finden.

  • Ausbildungsbereich
  • Fort- und Weiterbildung (vor allem am Institut TIBI)
  • Forschung

 

1.1  Ausbildungsbereich

Neben dem Erwerb eines umfassenden Grundlagenwissens wird derzeit in der LehrerInnenausbildung auch einer fachdidaktischen Fundierung dieser Thematik breiter Raum gewidmet. Dies bedeutet, dass in diesem Rahmen der Entwicklung und Stärkung diagnostischer Kompetenzen StudentInnen besondere Bedeutung zukommt. In einem spezifischen Wahlpflichtfach und über den Bereich der Schulpraktischen Studien wird im Ausbildungscurriculum aller drei Studiengänge diesem Kompetenzanspruch an LehrerInnen Rechnung getragen. Vorrangiges Ziel ist es, Begabten- und Kreativitätsförderung als konkretes Unterrichtsprinzip in allen Fächern in der Ausbildung klar erkennbar zu machen und in themenspezifischen Modulen verstärkt zum Ausdruck zu bringen.

Auch das Thema Lern- und Leistungsmotivation ist in der Volksschul- und HauptschullehrerInnenausbildung in einigen Modulen inhaltlich deutlich positioniert. So arbeiten StudentInnen bereits während ihres Studiums auch praktisch mit Kindern und Jugendlichen, versuchen über eine differenzierte Diagnose ihre Denkweisen zu verstehen, nachzuvollziehen und auch inhaltliche Konsequenzen daraus abzuleiten. Dabei richten sie ihren Fokus auch bewusst auf leistungsstarke Kinder.

Zwischen Aus- und Weiterbildung ergeben sich Synergien über das Humanwissenschaftliche Wahlpflichtmodul „Kinder mit besonderen Fähigkeiten und Bedürfnissen“. Hochschulstudierende können bereits im Rahmen ihres Studiums dieses Modul belegen, in dem erste themenspezifische Grundkenntnisse vermittelt werden.

1.2  Fort- und Weiterbildung

Im Bereich der Fort- und Weiterbildung steht eine gezielte Stärkung der Kompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen im Vordergrund, wobei vom Vorschulalter über alle Pflichtschularten hinweg bis zur AHS alle Bereiche angesprochen werden:

  • ECHA Diplomlehrgang „Expert in Gifted Education – Begabungen erkennen und fördern“ (30 ECTS, 4 Semester) für APS und AHS-PädagogInnen (Institut TIBI)
  • ECHA Zertifikatslehrgang „Begabungsförderung im Kindergarten“ (12 ECTS, 3 Semester) für KindergartenpädagogInnen (Institut TIBI)
  • Lehrgang „Eine begabungsfördernde Lernkultur entwickeln“ (12 ECTS, 4 Semester) für APS-PädagogInnen
  • SCHILF-Angebote zur Begabtenförderung

1.3  Forschung

Geplante bzw. laufende Forschungsprojekte (ab 2008):

  • „Die Last der klugen Kinder - ein Modell für integrative Begabungsförderung“
  • „Untersuchung der Veränderung der Motivationslage zum Negativen hin bei 10- bis 14-jährigen SchülerInnen
    im Grund- und Sekundarstufenbereich“ – (Studie in Test- und Auswertungsphase)
  • Grundlagenforschungsprojekt zur Begabtenförderung gemeinsam mit der PH Burgenland

2. Lern- und Entwicklungshemmnisse bei Kindern und Jugendlichen:
Lese- und Rechtschreibschwäche/Legasthenie

Legasthenie, eine umschriebene Lese-Rechtschreib-Störung (LRS), bezeichnet eine Störung im Erlernen des Lesens und des orthografischen Schreibens bei durchschnittlicher oder guter Allgemeinbegabung des Kindes. Eine LRS ist als „Teilleistungsschwäche“ ein ernst zu nehmendes Lernhemmnis, da sich die Probleme im Lesen und Rechtschreiben auf das gesamte schulische Lernen negativ auswirken können.

In Anbetracht der scheinbar ständig anwachsenden Leseschwierigkeiten von SchülerInnen kommt dieser Thematik in einer effizienten LehrerInnenbildung besonders hohe Bedeutung zu. Im Kompetenzzentrum Sprache/Leseförderung wird dazu ebenfalls hochwertige Basisarbeit geleistet, wobei diese Thematik seit den letzten Jahren im Bereich der Aus-, Fort- Weiterbildung und Forschung in unserem Haus schwerpunktmäßig seinen Platz hat.

  • Ausbildungsbereich
  • Fort- und Weiterbildung
  • Forschung

2.1  Ausbildung

Im Bereich der Ausbildung erhalten StudentInnen die Gelegenheit, im Rahmen des themenspezifischen Ausbildungsmoduls „Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Begabungen und Bedürfnissen“ Grundkenntnisse zur Problematik der Lese- und Rechtschreibschwäche/Legasthenie zu erwerben und zugleich erste diagnostische Erfahrungen zur Früherkennung von Schwierigkeiten im Lese- und Schreiblernprozess zu machen. Auf Wunsch können die in diesem Rahmen erworbenen EC Punkte für einen aufbauenden Hochschullehrgang angerechnet werden.

Wie wichtig dieses Thema für LehrerInnen in der Unterrichtspraxis ist und welch große Hürden diese Schwierigkeiten selbst für erfahrenen LehrerInnen darstellen, zeigt sich am stets wachsenden Interesse des LehrerInnenkollegiums. Aber auch  die vernichtenden Evaluierungsergebnisse der letzten Jahre, die die Legastheniekurse an den Wiener Schulen mehr als in Frage stellen, bestärken uns im Bemühen um die Findung neuer Wege.

Aus diesem Grund ist es uns ein besonderes Anliegen im Bereich der Ausbildung die ersten Grundkenntnisse zu fundieren, in der Fort- und Weiterbildung aber dann auch differenzierte wissenschaftlich evaluierte Konzepte anzubieten, die einerseits KlassenlehrerInnen im Umgang mit den spezifischen Bedürfnissen dieser Kinder und Jugendlichen stärken sollen. Andererseits wollen wir diesen engagierten KollegInnen höherqualifizierte  ExpertInnen auf diesem Gebiet zur Seite stellen, sodass durch kompetente Zusammenarbeit die Kinder und Jugendlichen eine adäquate Unterstützung erfahren.

2.2  Fort- und Weiterbildung

Im Bereich der Fort- und Weiterbildung ruht die Kompetenzentwicklung von LehrerInnen auf zwei Säulen: zum Einen auf der Ausbildung von akademisch graduierten LRS BetreuerInnen, die über die Absolvierung eines Hochschullehrganges eine fachspezifische Qualifikation erwerben, die sie befähigt KlassenlehrerInnen zu beraten und in ihren Bemühungen um das legasthene Kind zu unterstützen, zum Anderen auf der Vermittlung der aktuellen wissenschaftlich evaluierten Erkenntnisse aus der Lese- bzw. Legasthenieforschung im Sinne einer Kompetenzstärkung der KlassenlehrerInnen. Derzeit können wir folgendes Angebot anbieten:

  • Hochschullehrgang "LRS - Befähigung zur Betreuung lese- und rechtschreibschwacher Kinder"
    (60 ECTS) läuft seit WS 2007/08 am Campus Wien-Strebersdorf.

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Wolfgang Huber

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