Forschungsschwerpunkte 2019-2021

Unterrichts- und (Hoch-)Schulentwicklung

Bildungsprozesse auf Ebene des Unterrichts der Schule und der Hochschule werden systematisch, theoriegeleitet und selbstreflexiv in den Blick genommen. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven (etwa allgemeinpädagogische, allgemeindidaktische oder fachdidaktische sowie soziologische oder psychologische Fragestellungen bzw. ein lernseitiger, lehrseitiger oder systemischer Fokus) verfolgt. Hauptziele der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Unterrichtsentwicklung und (Hoch-)Schulentwicklung ist ein besseres Verständnis relevanter (Teil-)Prozesse, Lehr-/Lernangebote, Einflussfaktoren, symbolischer Ordnungen sowie eine akademische Diskussion über zugrundeliegende Fragen (wie etwa Ziele, Methoden, Praktiken, Strukturen, Antinomien) und methodologische Ansätze.

Heterogenität und Inklusion

Um der Verschiedenheit der Voraussetzungen hinsichtlich etwa sozialer, kultureller und sprachlicher Hintergründe sowie Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen aller Menschen gerecht zu werden, ist nicht nur das Wissen um die Diversität von Lebenslagen zentral. Ausgehend von den Rechten und dem Leitgedanken der Partizipation von Menschen in allen Lebensbereichen zielen bildungspolitische, bildungswissenschaftliche und pädagogische Maßnahmen sowohl auf strukturelle Veränderungen von Institutionen, wie auf die Entwicklung, Durchführung und Evaluation spezifischer Modelle in Praxisfeldern. Unter Bezugnahme auf verschiedene Theorietraditionen analysieren Forschungen zu Heterogenität, Diversität, Differenz, Intersektionalität und Inklusion Sozialisations-, Bildungs-, und Erziehungsprozesse u.a. in Bezug auf soziale Ungleichheiten (in ihren Wechselbeziehungen), Gender und Migration/forced migration, Ethnizität, Nation und Behinderungen.

Interkulturelle und interreligiöse Bildung

Österreich blickt auf eine lange Geschichte kultureller Vielfalt zurück. Dies gilt ganz besonders für den Bereich der Bildung. Die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Dimensionen interkultureller Bildung hat sich deswegen zu einem der zentralen Forschungsschwerpunkten der KPH entwickelt. Ein Spezifikum von Forschung an der KPH besteht dabei im besonderen Fokus auf der Auseinandersetzung mit Religion in kulturell pluralen Kontexten. Kurz- und mittelfristig gilt es: 1. Die Konstruktionen kultureller und religiöser Pluralität im Bildungsbereich zu erheben, 2. Kulturelle und religiöse Vielfalt in Österreich zu verstehen und zu erklären sowie 3. Die Vermittlung ‚interkultureller und interreligiöser Kompetenz‘ zu ermöglichen.

Digitale Medien und Bildung

Die Allgegenwärtigkeit von digitalen Medien im privaten und beruflichen Alltag bedingt auch eine Auseinandersetzung damit im Bildungsbereich. Neben der Untersuchung des potentiellen didaktischen Mehrwerts dieser digitalen Medien von der Elementarpädagogik bis zur Sekundarstufe II, aber auch für das hochschulische Lehren und Lernen, sind auch gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung zu betrachten. Projekte zu diesem Themenkomplex decken sowohl die Beforschung des realen Einsatzes diverser digitaler Medien im pädagogischen Kontext ab als auch die Erhebung von Einstellungen von Stakeholdern des Bildungsbereiches.